Die Meißner Fummel

Der Bäcker nimmt ´nen Batzen Luft,

bläst bissel Teig drum rum;

schon zieht der Fummel würz´ger Duft

ins liebe Publikum.

 

Die Meißner Fummel und das Porzellan haben viel gemeinsam- vor allem ihre Zerbrechlichkeit- und nur durch die neu gegründete Porzellanmanufaktur in der Albrechtsburg entstand erst das luftige Gebäck. Die Trinkfreudigkeit der Kuriere war es letztendlich, die August den Starken auf die Idee brachte, Zwischenstopps bei den schönen Wirtshaustöchtern einen Riegel vorzuschieben.

Die Konditoren sollten sich etwas einfallen lassen, was so dünn und zerbrechlich ist, das schon die kleinste Erschütterung zum Reißen, Bröckeln oder gar Zusammenfallen führen würde. Ab 1710 wurde den Meldereitern also "Meißner Luft" in die Hand gegeben, die sie heil in Dresden abliefern mußten, um sich selbst vor Strafe zu schützen.

 

Heute kann man die Fummel bei der Bäckerei Zieger erwerben und selbst sein Glück versuchen (bei einem Rundgang in Meißen kommen wir daran vorbei).