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Literatur zu Sagen und Brauchtum der Sorben und Slawen


Die Krabat-Sage


Martin Nowak Neumann: 

 

Meister Krabat. Der gute sorbische Zauberer.

 

aus dem Domowina-Verlag, Bautzen 1978

 

mehr dazu im Artikel zum Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Krabatmühle Schwarzkollm


Historische Schriften (online kostenlos abrufbar)


 

Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte. Wilibald von Schulenburg

Nicolai, 1882

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Sagenbuch der Lausitz: Bände 1-2. Karl Haupt

W. Engelmann, 1862

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Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche, gesammelt und nacherzählt von Edmund Veckenstedt

Leuschner & Lubensky, 1880

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Die Wissenschaft des Slawischen Mythus im weitesten, den altpreußisch-lithauischen Mythus mitumfaßenden Sinne: Nach Quellen bearbeitet, sammt der Literatur der slawisch-preußisch-lithauischen Archäologie und Mythologie : Als ein Beitrag zur Geschichte der Entwicklung des menschlichen Geistes entworfen. Ignác Jan Hanuš

Millikowski, 1842

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Trogillus Arnkiel- Ein Blick auf die "Heyden -Religion" anno 1700


Troefs Arnkiel wurde 1639 in Tollstedt bei Apenrade geboren. Er war lutherischer Theologe und Altertumsforscher und vor allem seine Beobachtungen zu Grabfunden und Denkmälern sind auch heute noch- nach 300 Jahren- interessant und aufschlussreich. Seine großes Hauptwerk in der Version von 1703 steht wie erfreulicherweise viele weitere historische Schriften dieser Zeit ganz einfach online und kostenlos zur Verfügung. Vor allem wer nach Symboliken wie der Schlange als Hausgötze sucht (bei den Sorben eine sehr bekannte Sagengestalt!) oder ähnlichen Ursprüngen zu Brauchtum und Glaube könnte hier fündig werden. Aber auch die Sepulkralforscher kommen auf ihre Kosten, gerade wenn es um Bestattungsbräuche und Grabkultur geht ist Arnkiel eine reiche Quelle früher archäologischer Forschung.

 

Aussführliche Eröffnung, 1. Was es mit der Cimbrischen und Mitternächtischen Völcker, als Sachsen, Gothen, Wenden und Fresen ihrem Götzendienst, Haynen, Oraculen .... von uhralters her vor eine Bewandtniss gehabt. 2. Eine Erklährung, was es für eine Beschaffenheit mit dem in Ao. 1639. bey Tundern gefundenem seltzahmen Wunder-Horn, ...gehabt haben möge. 3. Was die cimbrischen und mitternächtischen Völcker vor Gräber und Töpfe...gehabt, und ihre gebrauchte seltzahme Grab-Schriften. 4. Endlich auch, wie diese Völcker aus dem Heydenthumb mit grosser Mühe zum wahren christlichen Glauben gebracht und bekehrt worden: mit Kupffer-Stücken beleuchtiget. Trogillus Arnkiel

Thomas von Wiering, 1703

 

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Französische Literatur zur Slawischen Mythologie?


Informationen zur Slawischen Geschichte und Kultur würde man wohl logischerweise zumeist im slawischen Raum und somit auch innerhalb des slawischen Sprachraumes suchen- und dank nicht nur eines "Deutsch-Französischen" Krieges und der daraus resultierenden Abwendung zum westlichen respektive östlichen Nachbarn sowie der Russlandfreundlichen DDR-Geschichte im Folgejahrhundert ist eine ganze Quellengattung zur Slawischen und somit auch zur Wendisch-Sorbischen Kultur in Vergessenheit geraten!

 

Im letzten Jahr stieß ich plötzlich auf einen Autor namens Louis Léger (1843-1923), einen Pionier der Slawischen Forschung im Französischen, vor allem ging es ihm um den Einfluss des Polnischen auf die Französische Gesellschaft in der Zeit des 2. Empire (ca. 1850-1870), aber auch um den einstigen Einfluss der Habsburger Monarchie auf Böhmen. Als Mitbegründer des Comité national d'études setzte er sich ab 1916 auch für die Unabhängigkeit Tschechiens ein. Zusammen mit anderen französischen Slawisten stellt Léger eine interessante Alternative zu den im 19. Jh. aufkommenden deutschen Deutungen slawischer Mythologie im Sinne der Germanisierung dar, und für alle, die des Französischen einigermaßen mächtig sind, eröffnen die Schriften Légers eine interessante Perspektive auf die slawische Kultur und deren "Götterwelt". Vergessen werden darf dabei nicht, das er sich mit seiner Forschung auch damals schon keine Freunde im Russland-feindlichen Frankreich machte. Umso mehr beeindruckt sein Lebenswerk als Verfechter für eine Erforschung der Gemeinsamkeiten der slawischen Völker und der Vermittlung dieser Kultur in der westlichen Welt.

 

Genau an dieser Stelle wird die französische Slawistik meines Erachtens heute wieder interessant: nicht Jeder, der sich heute für die Kultur der alten Slawen interessiert, hat einen slawischen Hintergrund oder beherrscht eine der hilfreichen Sprachen wie Polnisch oder eben auch Sorbisch. So ist Léger auch heute wieder ein Türöffner für eine unbekannte Welt, denn durch seine Schriften und die dort vermittelten slawischen Quellen, die man aufgrund der Sprachbarriere sonst wohl kaum finden würde, findet man einen Weg in diese Welt. Wie viele Sorben so wie ich auch Grundlagen der französischen Sprache erlernt haben ist mir leider nicht bekannt, es dürfte sich angesichts der geschichtlichen Entwicklung in der DDR um eine verschwindend geringe Zahl handeln und es obliegt wohl den "Nachwende-Generationen", die Lücke zu schließen. 

 

Eine kleine Auswahl der Werke Légers in französischer Sprache mit Bezug zur slawischen Mythologie:

 

La mythologie slave. E. Leroux, 1901 (in der Slub Dresden verfügbar)

Das Hauptwerk zu den verschiedensten Göttern, Heiligtümern und historischen Zusammenhängen der slawischen Glaubenswelt.

Eine Art erstes Kapitel speziell zum Gott Perun finden Sie hier

 

Cyrille et Méthode: étude historique sur la conversion des slaves au christianisme. Paris: A. Franck. 1868 

 

Ich empfehle Ihnen, um sehr viel mehr zu dieser Gattung der Slawischen Mythologie zu erfahren, eine kostenlose Registrierung bei dem Online-Anbieter Jstor. Dort finden Sie weitere Artikel zu diesem Autor, die Sie online lesen können. Die Zeitschrift: "Revue de l'histoire des religions" veröffentlichte immer wieder interessante Beiträge zur slawischen Mythologie.