Mein Meissen-Tipp: Die Nikolaikirche im Stadtpark

Kirche St. Nikolai in Meissen

Meissen. Die Stadt verbinden viele meiner Gäste mit dem Porzellan. Schon weniger wissen, wie schön die historische Altstadt ist- zum Burgberg hinauf kommen noch weniger- Schade, kann ich nur sagen, denn Meissen ist mehr als eine Porzellanmanufaktur.

 

Und noch viel weniger Besucher der Manufaktur wissen, das nur wenige Minuten von der Manufaktur entfernt eine kleine Kirche steht, die man schnell übersieht- und die doch gerade für Porzellanfreunde einen Besuch wert ist.

 

St. Nikolai wurde nach dem 1. Weltkrieg im Innenraum von Professor Paul Emil Börner als weltweit einzigartige Gedenkstätte für die ca. 1800 Gefallenen der Stadt eingerichtet. Wandtafeln zeigen die Namen der Gefallenen, weinende Kinder und trauernde Mütter umrahmen sie. Doch was macht diese Szenerie so besonders?

Das Material. Es handelt sich um eine Einrichtung aus Meissener Porzellan. Ein Torbogen im gleichen Material führt in den Altarraum- wirkt fast maurisch im Zusammenspiel mit den rötlichen Wänden. Die weltweit größten Figuren aus Meissener umrahmen den Altar. Sie wurden in einem Stück gefertigt. Die Wände zeigen freigelegte Reste alter Malereien in der Höhe- und die Schäden der Fluten aus dem Jahre 2002 ebenso, als Teile der Wandtafeln so beschädigt wurden, das sie nur noch teilweise gezeigt werden können.

 

Genau das ist es, was mich so faszinierte- die Kirche überstand mitsamt ihrer zerbrechlichen Ausstattung den 2. Weltkrieg, blieb von Plünderung und Zerstörungswut verschont- doch ein kleiner, so harmlos wirkender Fluß sollte dann doch zur Gefahr werden.

 

Wenn Sie die Manufaktur besuchen sollten Sie nicht vergessen, einen Abstecher in den Stadtpark zu machen- die wenigen Minuten Gehzeit lohnen sich immer und zeigen Ihnen, wie anders Meissener sein kann.

 

Öffnungszeiten: ab 1. Mai täglich von 10.00-17.00 Uhr

Kirche St. Nikolai Meissen
Kirche St. Nikolai Meissen


"Böttger- schaffe er mir Gold!"

Die Porzellanmanufaktur Meissen -300 Jahre Weißes Gold Sachsens

 

Am 7. März 1710 verfügte August der Starke, die erste Porzellanmanufaktur Europas auf der Albrechtsburg entstehen zu lassen. Zuvor hatte ihm ein junger Alchimist namens Böttger immer wieder versprochen, er würde ihm Gold machen.  Mit der Hilfe von Tschirnhaus gelang es dann schließlich, statt dem "Stein der Weisen" etwas Realeres zu erfinden- das erste Porzellan Europas- zumindest, wenn man danach geht, das es die erste Manufaktur war, die nachweislich Porzellan in Europa herstellte.

 

Diese Manufaktur gibt es bis heute, und bei einem Rundgang durch die Schauwerkstätten erlebt man die einzelnen Schritte der Porzellanherstellung. In der Schauhalle werden aus dem reichen Fundus der Manufaktur ca. 3000 Exponate in wechselnden Austellungen präsentiert.

Natürlich gibt es hier auch die Möglichkeit, das ein oder andere "Souvenir" im angegliederten MeissenShop zu erstehen.

 

Einen Besuch der Porzellanmanufaktur kann man sehr gut mit einer Tagestour nach Meissen und Moritzburg verbinden.


Wie der Wein nach Sachsen kam

in kürze mehr dazu...