Meißen und Moritzburg - mehr als Weingenuss und Wilde Jagd


Albrechtsburg Meissen Foto:S.Wuschko

Meißen- Wiege Sachsens und Stadt des Porzellans

 

Nicht immer war Dresden Residenzstadt Sachsens. Alles fing mit einer kleinen Burg an der Elbe an, welche schon bald als Grenzfeste zweier Kulturen fungierte- der neuen, Deutschsprachigen und der vorher dagewesenen Sorbischen. Hier herrschten gleich 3 auf einem Berg: der Markgraf, der Burggraf und der Bischof- ein Umstand, der dazu führte, das der Meißner Burgberg auch heute noch einen ganz eigenen Charakter hat und einen Aufstieg lohnt.

 

Durch winklige, mittelalterliche Gassen schlängelt sich der Weg hinauf und bietet wundervolle Aussichten auf die Dachlandschaft Meißens. Oben angekommen, lohnt es, einen Blick in den Dom zu Meißen zu werfen und vielleicht auch die Albrechtsburg zu besuchen. Sie gilt als das einzige gotische Schloß- denn der Umbau von der festen Burg zum repräsentativen Schloß geschah hier noch im Mittelalter und im hochstrebenden Baustil der Spätgotik.    

 

Der Name Meißen steht allerdings seit 1710 auch für ein ganz besonderes, weißes Gold. Dieses kann man in der Porzellanmanufaktur bewundern, welche Sie individuell nach dem Stadtrundgang gern besichtigen können. Sie sehen-Meißen ist eine Tagesreise wert.

 

Dauer vor Ort: etwa 2h Rundgang (+evtl. Anreise, diese kann auch individuell erfolgen)


Jagdschloß Moritzburg Foto: S.Wuschko

Jagdschloß Moritzburg

 

Schon immer war die Jagd ein wichtiges Ereignis im Leben unserer Kurfürsten und Könige. Die Dresdner Heide und der Friedewald waren dafür ideal, und so beschloß schon Kurfürst Moritz im 16. Jahrhundert, im Friedewald ein Jagdschloß zu errichten.

 

Für August den Starken war es der Ort, um die Göttin Diana zu ehren, welche manchmal eine ganz irdische Form annahm, wenn Augusts Favoritinnen wie die Königsmarck Einzug hielten und  für ein paar Tage Leben in das Jagdschloß im kleinen Dorf Moritzburg brachten. Dann wurde gejagt und gefischt- und beim "Gesundheitstrinken" bewies man seine Kräfte im Feiern.

 

Zeugen der Jagd findet man noch heute in Form der Geweihsammlung mit dem legendären 66Ender und den original erhaltenen Ledertapeten, die ich Ihnen bei einer Schloßführung gern  näher bringe.  

 

 

Dauer vor Ort: ca. 2h (mit Innenbesichtigung +Anreisezeit)


Blogartikel zum Thema Meißen:

Überraschung: Es ist ein Paul Hempel! Ein völlig unbekanntes Werk des Künstlers hat sich gut versteckt...

Paul Hempel Neuer Johannisfriedhof Meißen Bild: Susann Wuschko
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Die Meißner Fummel

Der Bäcker nimmt ´nen Batzen Luft,

bläst bissel Teig drum rum;

schon zieht der Fummel würz´ger Duft

ins liebe Publikum.

 

Die Meißner Fummel und das Porzellan haben viel gemeinsam- vor allem ihre Zerbrechlichkeit- und nur durch die neu gegründete Porzellanmanufaktur in der Albrechtsburg entstand erst das luftige Gebäck. Die Trinkfreudigkeit der Kuriere war es letztendlich, die August den Starken auf die Idee brachte, Zwischenstopps bei den schönen Wirtshaustöchtern einen Riegel vorzuschieben.

Die Konditoren sollten sich etwas einfallen lassen, was so dünn und zerbrechlich ist, das schon die kleinste Erschütterung zum Reißen, Bröckeln oder gar Zusammenfallen führen würde. Ab 1710 wurde den Meldereitern also "Meißner Luft" in die Hand gegeben, die sie heil in Dresden abliefern mußten, um sich selbst vor Strafe zu schützen.

 

Heute kann man die Fummel bei der Bäckerei Zieger erwerben und selbst sein Glück versuchen (bei einem Rundgang in Meißen kommen wir daran vorbei).

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