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Diebstahl auf dem Johannisfriedhof vom 21. zum 22. November 2020


Grabmal Külsen August Schreitmüller Johannisfriedhof Dresden Bild: Susann Wuschko

 

Normalerweise freue ich mich, wenn ich einen Hinweis zu einer Signatur bekomme und dann wieder ein Werk zuordnen kann. Das mir ein Werk von Schreitmüller auf dem Johannisfriedhof bisher noch "fehlte" war mir bewusst- das ich auf diese Art und Weise herausfinden würde, welches es denn nun ist, ist traurig- und eigentlich muss ich schon eher von Wut sprechen. Denn geplanter Diebstahl im großen Stil hat mich wieder auf das Grab Külsen gebracht!

Grabmal Külsen Johannisfriedhof Dresden Bild: Susann Wuschko

Und es war nicht nur dieses eine Werk aus Bronze, auf das es die Diebe abgesehen hatten- hier wurde "nach Liste" gestohlen- Schwerpunkt Erster Weltkrieg-Opfer und ihr Andenken. Das dies dann auch noch einen Tag vor Totensonntag vom 21. zum 22. November geschah, macht erst recht fassungslos.  Werden wir eines Tages nur noch geplünderte, geschändete Grabstellen vorfinden, die einstmals wundervolle Kunstwerke aus Metall schmückten, nur weil ein paar "Sammler" sich sowas gern privat leisten wollten? Das es sich wieder um den allgemein bekannten Buntmetall-Klau handelt kann bei dieser gezielten Aktion wohl ausgeschlossen werden. 

 

Für viele Jahrhunderte gab es bei Diebstahl kein Pardon- da wurden die Hände abgehackt und die Langfinger somit nicht nur symbolisch gestoppt. Heute kann die Friedhofsverwaltung schon froh sein, wenn die Polizei mehr tut als nur den Fall aufnehmen, die Öffentlichkeit bekommt in einem kleinen Zeitungsartikel die Information- und dann stehen die Friedhöfe oder eventuell die Grabpaten allein mit dem Problem da, ob sie das Diebesgut jemals wiedersehen oder sich um eine Replik bemühen. Dies setzt voraus, das es Fotos und Aufzeichnungen gibt, die eine Kopie ermöglichen!

 

 

Grabmal Külsen August Schreitmüller Johannisfriedhof Dresden Bild: Susann Wuschko

Und so werde ich wohl auch weiter auf den Friedhöfen unterwegs sein, Fotos von Dingen machen, von denen ich weiß, das ich sie nicht mit allen Details veröffentlichen werde. Auch in diesem Fall ist es so- ich hatte bereits im Sommer Fotos von dem Grab gemacht- keine besonders detaillierten, sondern nur als Anhaltspunkt für spätere Forschungen. So war mir auch die Signatur entfallen. Nun, da es zu spät ist, um nachzusehen bleibt nur zu hoffen, dass sich dies nicht so schnell wiederholt und die Täter gefasst werden.

 

 

 

Bitte helfen Sie mit! Wenn Sie etwas bemerkt haben oder Hinweise zum Verbleib der Werke, die von der Friedhofsverwaltung des Johannisfriedhofes hier aufgeführt sind, haben, melden Sie sich! Teilen Sie den Aufruf der Friedhofsverwaltung in den sozialen Medien und auf themenbezogenen Portalen- nur so kann weitere dreiste Grabschändung- denn das ist es im moralischen Sinne- vermieden werden!

 

Ich gestatte Ihnen auch in diesem Fall, die hier aufgeführten 3 Bilder zum Grab Külsen zu kopieren und zu verbreiten, wenn es hilft. Ich freue mich natürlich über einen Link zu dieser Seite, da es mir aber mehr darum geht, die Täter zu fassen ist dies völlig irrelevant.