Grabmalstempel und Grabmal der Familie Jaenicke

Grabmal Familie Jaenicke Johannisfriedhof Dresden. Foto: Susann Wuschko

Johannisfriedhof Dresden

 

Bildhauer: August Schreitmüller

 Fertigstellung nach 1917

 

Diese Grabanlage ist prägend für den gesamten Bereich 2H auf dem Johannisfriedhof, und natürlich kommt da schnell die Frage auf, wer denn die Familie Jaenicke eigentlich war, wenn Sie sich den Mittelpunkt eines neu geplanten Areals wohl kurz nach dem 1. Weltkrieg leisten konnte?

 

Richard Adolf Jaenicken wurde 1858 geboren und verstarb 1917. Im Jahre 1885 wird er zusammen mit Winklhofer in Chemnitz eine sehr erfolgreiche Firma gründen. Man leiht sich den Namen für das Unternehmen vom Engländer John Kemp Starley und übersetzt einfach seinen Firmennamen "Rover" in "Wanderer".

 

Geboren sind die "Wanderer-Werke", die fortan so ziemlich alles mit Rädern produzieren (Fahrräder, Motorräder, Autos, Lieferwagen; aber auch Werkzeug- und Büromaschinen). Vor allem die rollenden Produkte haben heute Kultcharakter (übrigens gern auch als Modelle auf Modellbahnanlagen der Epoche II...). 1932 wird diese Firma dann Teil der größeren Auto-Union, und spätestens jetzt sollten alle AUDI- Fahrer hellhörig werden. Allen, auch den Freunden anderer Marken, empfehle ich einen Tagesausflug von Dresden nach Zwickau in das August-Horch-Museum. Da erfahren Sie mehr zu diesem Teil sächsischer Industriegeschichte und den Wanderern.

 

Und wenn ich das nächste Mal an dem Grabmal der Familie Jaenicke vorbeikomme werde ich wohl schmunzeln- denn irgendwie erinnert mich die Anordnung des Tempels und die Gräber darum an die Präsentationsflächen einer (Auto-)Ausstellung. Aber daran hat der Landschaftsgestalter wohl vor 100 Jahren noch nicht gedacht, oder?