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Der Bildhauer Selmar Werner und sein Wirken für die Ruhestätten der finanzstarken Dresdner


Selmar Werner Johannisfriedhof Dresden Bild: Susann Wuschko

Selmar Werner- wer ist das eigentlich?

Der Dresdner, der sich auch mal bis zum Albertplatz verirrt kennt sein wohl bekanntestes Werk- den "Schiller in der Badewanne". Das klingt nicht gerade respektvoll, aber ehrlich gesagt finde ich persönlich, das dieses Denkmal Selmar Werners Können nicht so ganz wiederspiegelt. Nachdem ich nun schon mehrmals auf seinen Namen gestoßen bin, wenn es um Grabmalskunst geht möchte ich gern zeigen, welche doch eher unbekannten Werke, die den "Schiller" ziemlich nackt erscheinen lassen, vor allem hier in Dresden und direkter Umgebung erhalten sind.

 

Geboren wurde Selmar Werner 1864, er starb 1953. Auch an dieser Stelle möchte ich die näheren Erläuterungen zu seinem Leben und Werk anderen Autoren überlassen, der Wikipedia-Eintrag zu ihm ist durchaus ergiebig.

 

Es fällt vor allem eins auf, wenn man sich sein Wirken auf den Friedhöfen anschaut: abgesehen von dem Wanderer scheint Werner nur kunsthistorisch bedeutende Einzelwerke geschaffen zu haben- wohl mit dem nötigen Zeitaufwand und vor allem keine Grabmäler für den Normalverdiener! Selbstbewußt präsentiert er seinen Namen auf den Werken- es gibt bei den bisher gefundenen Werken immer eine klare Signatur wie oben ersichtlich. Wer sich Selmar Werner als Künstler für sein Grabmal erwählte, bekam wirklich ein Denkmal für die Ewigkeit- teils mit sehr persönlichem Bezug wie bei der Grabstätte Wägner, oftmals mit Engeln als Führer. Wollen wir hoffen, das diese Werke noch lange erhalten bleiben!

 

Grabmäler auf dem Johannisfriedhof in Dresden


Forschungs-Update:

 

Grabmal (ehemals) Gukassian

 

Im Nachweis der Kulturdenkmäler für die Sachgesamtheit Johannisfriedhof habe ich Selmar Werner als Bildhauer für dieses Werk angegeben  gefunden (wohl doch mit Signatur?)

 

Derzeit ist das Grabmal eingerüstet und wird restauriert. Ich hoffe bald mehr dazu berichten zu können...

 

 


 

Grabmal Familie Wägner

 

Kommen Ihnen die kecken Engel in ihrer wenig himmlischen Haltung irgendwie bekannt vor? Denken Sie mal an die Sixtinische Madonna, die wenige Kilometer von diesem Grabmal in der Gemäldegalerie Alte Meister zu finden ist...

 

Selmar Werner schuf das Grabmal für die  Familie des Baumeisters Ernst Emil Wägner. Die Reliefs weisen zum einen auf die traurige Familiengeschichte hin- der Baumeister/Architekt auf der linken Seite wird aus seiner Arbeit am Entwurfstisch heraus -also mitten aus dem Leben- von einem Engel abgeholt. Drei der Söhne Emil Wägners starben vor dem Vater.

 

Das rechte Relief zeigt die Seele, wie sie von einem Engel in den Himmel geholt wird. Interessant für den Dresden- Bezug ist die Stadtsilhouette mit erkennbarer Augustusbrücke, Frauenkirche sowie Brühlscher Terrasse und weiteren Bauten.

 

Als Architekt prägte Emil Wägner vor allem den Stadtteil Blasewitz. Ein schönes Beispiel für die Villenarchitektur der damaligen Zeit nach seinem Entwurf ist die Villa auf der Goetheallee 12 (rot verklinkert).

 

Grabmal Wilhelm May

 

Grabmal Dr. Jurist Moritz Georg Siebert Rechtsanwalt

 

 

Grabmal Hermann Klencke-Mannhart

 

Naturarzt und Philosoph -noch zu prüfen

Trinitatisfriedhof

Selmar Werner Dresden Trinitatisfriedhof Bild: Susann Wuschko

Grabmal Költzsch (?)

 

Das Grabmal weist derzeit keinen Namen auf, wurde allerdings vor kurzem fachmännisch restauriert und wird gepflegt. Es besteht somit wohl eine neue Patenschaft, was sehr erfreulich ist. 

 

Welche Geschichte der junge Mann hatte, der von Selmar Werner hier als Büste dargestellt wurde, ist mir im Moment noch nicht bekannt, aber ich versuche es natürlich herauszufinden...

Der Ruhende Wanderer- in mehrfacher Form

Zum Wanderer erfahren Sie in diesen beiden Artikeln mehr:

 

Der "Müde Wanderer"- wie eine Email einen "Friedhofs- Forschungskrimi" auslöst

 

Motiv: Wanderer, Pilger und Hirte -eine Forschungsreise beginnt

 

Interessant ist es, das diese Entwürfe so oft kopiert wurden, das man den Wanderer fast für ein Massenprodukt von WMF halten könnte, er aber vielleicht sogar die persönlichste Figur Werners ist. Schaut man auf die Entstehung der Figur und für welches Grab sie erstmals gefertigt wurde, wird es klar. Es ist die Grabfigur für die eigenen Eltern Werners, und auch er liegt in Gera im Grab mit dem Wanderer begraben. So ist die wohl bescheidenste Skulptur in ihrem Ausdruck diejenige, die womöglich für Selmar Werners Geist spricht.

 

Relief des "Karl-May-Mausoleums" in Radebeul-Ost

Zum Mausoleum, das eigentlich nicht für Karl May gebaut worden war, erfahren Sie hier eine interessante Geschichte:

 

Frau Wilhelmine Beibler

 

Friedhof Radeburg

Grabmal Bienert

 

noch zu prüfen